Wachstum fühlt sich zuerst nicht wie Erfolg an – Meine 3 Learnings
Viele Gründer:innen träumen vom schnellen Wachstum: mehr Umsatz, mehr Kund:innen, größere Teams. Auf dem Papier klingt das nach Erfolg – doch die Realität sieht oft anders aus. Wer sein Startup skaliert, erlebt nicht selten Chaos statt Klarheit.
Die Euphorie der Anfangszeit
Die ersten Monate sind geprägt von Aufbruchsstimmung. Ideen entstehen im Minutentakt, das Produkt entwickelt sich weiter, erste Kund:innen unterschreiben. Alles fühlt sich richtig an – auch wenn die finanziellen Mittel knapp sind.
Wenn Wachstum kippt
Doch sobald der Vertrieb Fahrt aufnimmt, verändert sich das Bild. Mit jedem neuen Auftrag steigen die Kosten, die Effizienz sinkt, und ab ca. 20–30 Mitarbeitenden wissen Gründer:innen oft nicht mehr, woran ihr Team eigentlich arbeitet. Von außen wirkt es nach Erfolg, innen dominiert Überforderung.
Drei entscheidende Learnings
1️⃣ Umsatz ist nicht gleich Erfolg
Studien (Davidsson et al., 2009) zeigen: Umsatzwachstum ohne Profitabilität birgt erhebliche Risiken. Startups scheitern oft nicht an Nachfrage, sondern an Überlastung.
2️⃣ Strukturen früh aufbauen
Das bekannte „Growth Model“ von Greiner (1972) beschreibt, dass Wachstumskrisen früh einsetzen. Strukturen für Kommunikation, Prozesse und Verantwortung sollten ab 5–8 Mitarbeitenden geschaffen werden – sonst ist es später fast unmöglich, nachzusteuern.
3️⃣ Cash is King
Wachstum frisst Liquidität. Schon Churchill & Lewis (1983) betonten, dass fehlendes Cashflow-Management einer der Hauptgründe für das Scheitern von Startups ist. Moderne Tools wie Commitly helfen dabei, Zahlungsströme automatisiert zu überwachen. Entscheidend ist nicht der unterschriebene Vertrag – sondern der Moment, in dem Kund:innen tatsächlich bezahlen.
Fazit
Wachstum fühlt sich zuerst selten nach Erfolg an. Statt Euphorie überwiegen Chaos, Bottlenecks und Unsicherheit. Doch genau hier entscheidet sich, ob ein Startup den Sprung schafft: durch Fokus auf nachhaltige Kundenbeziehungen, früh aufgebaute Strukturen und konsequentes Cash-Management.
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